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fondsweb.de - Flexible Fonds: Reizende Rente 26.10.18 Meldung

(boerse-online) - Benchmark-orientierte Rentenfonds sind out. Nur flexible Fonds sind überhaupt noch in der Lage, positive Renditen abzuliefern. Von Jörn Kränicke

Reizende Renten

Besonders von Aktienliebhabern werden Anleihen oft für tot erklärt. Sicherlich könnte man sich angesichts nach wie vor nicht vorhandener Zinsen von festverzinslichen Papieren abwenden. Allerdings sollte man bedenken, dass der Anleihemarkt mit rund 130 Billionen US-Dollar etwa zweimal größer ist als der weltweite Aktienmarkt. Zudem hat er sich in den vergangenen 30 Jahren stark gewandelt. Stammten damals etwa zwei Drittel der Anleihen aus den USA und nur ein Prozent aus den Schwellenländern, sieht es 2018 ganz anders aus.

Laut J. P. Morgan Asset Management kommen nun nur noch 36 Prozent der globalen Anleihen aus den USA und 21 Prozent aus den Emerging Markets. Vor 20 Jahren gab es nur 24 Länder im EM-Index - heute sind es 67. Daneben ist auch die Anzahl der verschiedenen Anleihesegmente stark gewachsen. Die letzte Neuerung waren Coco-Bonds. Aber auch High-Yield-Anleihen gibt es in Europa erst seit rund 20 Jahren. Diese Vielfalt eröffnet flexiblen Fondsmanagern reichhaltige Möglichkeiten. Denn nach wie vor gehören Anleihen dank ihrer stabilisierenden Eigenschaften in jedes Depot. Und vor dem Hintergrund der globalen demografischen Veränderungen nimmt ihre Bedeutung laut Nicholas J. Gartside zu. Er ist International Chief Investment Officer Global Fixed Income, Currency & Commodities bei J. P. Morgan Asset Management. Er rät dazu, aufgrund des ungewöhnlichen Zinsumfelds auf komplett flexible Fonds zu setzen. Für den Experten ist die Zeit benchmarkorientierter Fonds abgelaufen. Sie könnten kein attraktives Rendite-Risiko-profil mehr bieten.

Auch erlitten traditionelle Staatsanleihefonds, jahrzehntelang ein sicherer Hafen, aufgrund steigender Renditen reale Kapitalverluste. Deshalb ist es für ihn wichtig, die Allokation ganz flexibel ohne Einschränkungen anpassen zu können, um auch bei steigenden Zinsen gute Anlagemöglichkeiten zu finden. "Denn auch verschiedene Anleiheklassen entwickeln sich sehr heterogen." Als Beispiel nennt Gartside etwa Investment-Grade-Anleihen und High-Yield-Papiere. "Eine Investment-Grade-Rolls-Royce-Anleihe mit acht Jahren Restlaufzeit weist bei einem Spread von 100 Basispunkten gegenüber Staatsanleihen keinerlei Risikopuffer gegen steigende Zinsen auf. Eine Hochzinsanleihe von Pizza Express bietet bei einer Laufzeit von drei Jahren hingegen 1000 Basispunkte Aufschlag. Bei den derzeit sehr geringen Ausfallraten und der geringen Duration ist dies viel attraktiver", sagt Gartside. Ihn trifft man übrigens jeden Mittwoch bei Pizza Express.

In dem von Gartside gemanagten JPMorgan Funds - Global Bond Opportunities Fund setzt er auch auf Hypothekenanleihen aus den USA. "Sie sind durch öffentlich-rechtliche Emittenten, die sogenannten Agencies, besichert und bieten eine bessere Ratingqualität als ähnlich rentierende Unternehmensanleihen. Daher federn sie die Marktvolatilität besser ab", erklärt er. Staatsanleihen hat er nur mit 8,5 Prozent gewichtet. Die Duration ist mit drei Jahren recht niedrig und die laufende Rendite mit 5,4 Prozent hoch.



Quelle:
fondsweb.de