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fondsweb.de - Capitulum Weltzins-Invest Universal: Mehr Währungen wagen 06.02.19 Meldung

(boerse-online) - Der Fonds investiert in Anleihen, die von Banken mit Toprating oder von Schwellenländern in lokaler Währung emittiert werden. Die Papiere sind aktuell günstig bewertet. Von Jörg Billina

Um sich zu refinanzieren, nutzen Schwellenländer vor allem die Möglichkeiten ihres eigenen Kapitalmarkts. Neue Anleihen werden daher hauptsächlich in der jeweiligen Landeswährung ausgegeben. Hartwährungsanleihen, die auf Dollar oder Euro lauten, werden von den sich entwickelnden Staaten dagegen weit weniger emittiert als noch vor ein paar Jahren. Inzwischen bringt es die Anlageklasse "Emerging Markets Bonds Local Currencies" auf etwa 17 Billionen Dollar Gegenwert. Das Volumen von Schwellenländeranleihen inklusive Unternehmensbonds in Hartwährung beträgt dagegen nur drei Billionen Dollar.

"Länder, die Anleihen in heimischer Währung ausstehend haben, sind weniger ausfallgefährdet als Staaten, die sich überwiegend in Dollar oder Euro verschuldet haben", weiß Lutz Röhmeyer, Fondsmanager des Capitulum Weltzins-Invest Universal. Sollte es für die Staaten schwierig werden, Schulden in heimischer Währung zu bedienen, könnte die jeweilige Notenbank die dann notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen.

Nicht nur Investoren in den Schwellenländern kaufen die Papiere, sie sind auch für ausländische Anleger interessant. "Staatsanleihen in heimischer Währung werfen in der Regel deutlich mehr Rendite ab als Bonds aus den Industriestaaten. Die Emerging Markets sind jedoch meist deutlich geringer verschuldet", erklärt Röhmeyer. Sie bringen es im Schnitt nur auf 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die Industriestaaten sind mit rund 100 Prozent der wirtschaftlichen Gesamtleistung in den Miesen. Zudem können Investoren auch an möglichen Währungsaufwertungen partizipieren.

Privatanleger, die sich engagieren wollen, stehen jedoch oft vor Problemen. Kaum eine deutsche Depotbank verfügt über die notwendige Infrastruktur, um etwa eine serbische Dinar-Anleihe zu handeln oder zu verwahren. Zudem beträgt die Stückelung der Papiere oft 100 000 Euro und mehr. Röhmeyer kann die Bonds dagegen in der Regel problemlos erwerben. Der im April 2018 aufgelegte Fonds ist aktuell in rund 70 Währungen investiert. "Positiv sehen wir derzeit Anleihen in mexikanischen Peso oder der kasachischen Tenge", sagt Röhmeyer. Zinspapiere aus Jamaika meidet der Manager hingegen: "Die Verschuldung steigt rasant an, ein Wille zum Sparen ist aber nicht erkennbar."

Ratings reichen nicht

Bevor der Fondsmanager einsteigt, analysiert er nicht nur die finanzielle Solidität des Emittenten, sondern verfolgt auch die politischen Entwicklungen sehr genau. Wenig marktfreundliche Ansätze einer Regierung mahnen ihn zur Vorsicht. Allein auf die Ratingagenturen verlässt er sich jedenfalls nicht. "Die Kreditwächter erkennen mögliche Zahlungsprobleme nicht selten zu spät beziehungsweise agieren sehr zyklisch." Erste Wahl sind Währungsanleihen, die von supranationalen Banken begeben werden, womit das Bonitätsrisiko der Länder ganz entfällt. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder die Inter-Amerikanische Entwicklungsbank sind gängige und absolut sichere Schuldner. Rund ein Drittel der Mittel hat Röhmeyer in derartige Bonds investiert.

Im vergangenen Jahr hat die Anlageklasse nachgegeben. Mit nur etwa einem Prozent fallen die Verluste jedoch moderat aus. Verantwortlich für das Minus waren die Zinserhöhungen der US-Notenbank, die den Dollar stärkten. Investoren zogen daraufhin Mittel aus den Emerging Markets ab, was wiederum deren Währungen schwächte. Hinzu kamen schwache Länder wie die Türkei und Argentinien. "2019 dürfte die Fed jedoch weniger stark als zunächst gedacht die Zinsen anheben", meint Röhmeyer. Der bisherige Gegenwind könne sich daher zum Rückenwind wandeln. Aufgrund der aktuell noch günstigen Bewertungen der Bonds und der niedrigen Niveaus der Währungen rechnet Röhmeyer im laufenden Jahr mit hohen einstelligen Erträgen. Generell traut er dem Fonds im Schnitt pro Jahr rund sechs Prozent Ertrag zu.





Quelle:
fondsweb.de