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fondsweb.de - Comeback-Currencies 05.03.19 Meldung

(boerse-online) - Local Currency Bonds litten in den vergangenen Jahren unter Wechselkursverlusten. Das könnte sich nun ändern, erwartet Ralph Gasser von GAM. Von Ralf Ferken

Anlageklasse

Wer in Anleihen aus den Schwellenländern investieren möchte, hat viele Möglichkeiten. So können Anleger beispielsweise Staatsanleihen kaufen, die in US-Dollar oder den heimischen Währungen der Länder notieren. Im ersten Fall sprechen Fachleute von Hard Currency Bonds, im zweiten Fall von Local Currency Bonds. Seit einigen Jahren können Anleger auch vermehrt in Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets einsteigen, die meist auf US-Dollar lauten.

Hard Currency Bonds

Hard Currency Bonds in US-Dollar hängen vor allem von der US-Geldpolitik ab und entwickeln sich oft ähnlich wie US-Staatsanleihen. In Krisen fungieren US-Treasuries jedoch als sicherer Hafen, während Anleger aus Emerging Markets Bonds fliehen. Kritisch wird es für die Schwellenländertitel auch, wenn die US-Zinsen oder der US-Dollar steigen. Dann fürchten Anleger, dass die jeweiligen Schwellenländer ihre auf Dollar lautenden Schulden nicht mehr zurückzahlen können. Als Ausgleich für diese Risiken bieten die Hard Currency Bonds im EMBIG-Index derzeit rund 3,8 Prozent mehr Rendite als vergleichbare US-Staatsanleihen.

Local Currency Bonds

Bei Local Currency Bonds, die in brasilianischem Real, mexikanischem Peso oder südafrikanischem Rand notieren, entfällt dieses Risiko. Denn die Notenbanken dieser Länder könnten theoretisch Geld drucken, um einen drohenden Zahlungsausfall zu verhindern. Allerdings müssen Anleger bei diesen Anleihen mit hohen Schwankungen von Peso, Rand oder Real rechnen. So verlor der entsprechende Währungsindex für die Schwellenländer seit April 2013 rund 37 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Künftig könnten Peso, Rand oder Real aber wieder zulegen, erwartet Ralph Gasser, Produktexperte für die Rentenfonds des Schweizer Anbieters GAM. Als Grund nennt er etwa den wieder steigenden Wachstumsvorsprung der Schwellenländer gegenüber den USA. Zudem hätten viele Schwellenländer ihre Defizite in der Handels- und Leistungsbilanz reduziert, was ihre Währungen traditionell belastet habe.

GAM Local Emerging Bond

In den vergangenen zehn Jahren war der GAM Local Emerging Bond der erfolgreichste Fonds für Local Currency Bonds und legte in dieser Zeit um rund 5,7 Prozent pro Jahr zu. Derzeit bietet der GAM-Fonds einen durchschnittlichen Zinskupon von sieben Prozent und könnte in diesem Jahr insgesamt um zwölf bis 13 Prozent zulegen, wenn die Kurse der Anleihen und Währungen steigen, hofft Gasser. Zudem verweist er auf die starken Länderwetten, die Fondsmanager Paul McNamara beim GAM-Fonds eingeht. So hatte McNamara die Türkei im Krisenjahr 2018 stark untergewichtet, nun während der Kurserholung aber wieder stark übergewichtet.



Quelle:
fondsweb.de