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fondsweb.de - Was tun mit 30.000 Euro? Wie Sie das Geld richtig anlegen 11.06.19 Meldung

(boerse-online) - Jeder Anleger hat andere Bedürfnisse. Wie der ideale Anlagemix gelingt, welche Produkte sinnvoll sind. Von Christoph Platt, Euro am Sonntag

Geschmäcker sind verschieden. Das gilt nicht nur für Kleidung und Essen, sondern auch für Hobbys. Der eine liebt den Nervenkitzel beim Klettern an einer steilen Felswand, der andere bevorzugt einen weniger riskanten Sport und spielt Tennis. Und wieder andere suchen die mentale Herausforderung beim Schach - Verletzungsgefahr ausgeschlossen. Auch beim Thema Geldanlage gibt es die unterschiedlichsten Wünsche und Vorstellungen. Einige Anleger stecken Kursschwankungen locker weg, Hauptsache, die langfristige Rendite ist hoch. Manche wünschen sich einen ausgewogenen Mix aus Chancen und Risiken. Andere wiederum suchen viel Sicherheit und geben sich dafür mit überschaubaren Zuwächsen zufrieden. Jeder dieser Anleger braucht andere Produkte und sollte sein Vermögen unterschiedlich aufteilen. Euro am Sonntag erläutert, wie risikobereite, gemäßigte und vorsichtige Investoren einen beispielhaften Betrag von 30.000 Euro verteilen sollten. Die Redaktion gibt Tipps zur Gewichtung der Anlageklassen und stellt jeweils fünf offensive, ausgewogene und defensive Investments vor. Grundsätzlich gilt: Neue Investitionen sollten stets ins Gesamtbild passen. Besitzt ein Anleger ausschließlich Aktien, sollte er sich über einen Sicherheitsbaustein Gedanken machen. Liegt das Geld größtenteils auf dem Festgeldkonto, darf verfügbares Kapital ruhig in Aktien gesteckt werden. Die folgenden Empfehlungen zur Anlage von 30.000 Euro müssen Sparer also in ihre persönliche Situation einordnen. Einige Regeln sollten Anleger generell beachten, bevor sie investieren. "Als ersten Schritt sollten sie ihre Ziele klar benennen", sagt Til Rochow, Head of Investment Products bei der Anlageplattform WeltSparen. "Dazu zählen die Erwartungen an die Höhe der Rendite und die Anlagedauer." Auch über ihre Risikobereitschaft müssen sich Anleger im Klaren sein. "Hier hilft es, wenn man für sich konkret benennt, welche zwischenzeitlichen Verluste erträglich sind." Risikobereite Anleger und solche mit langem zeitlichem Horizont sollten verstärkt auf Aktien setzen. Denn diese ermöglichen den höchsten Wertzuwachs. Dafür schwanken sie deutlich, und (zeitweilige) hohe Verluste sind möglich. Für vorsichtige Investoren stehen festverzinsliche Wertpapiere, Immobilienfonds und Gold zur Verfügung. Haben die Anleger ihre Aktienquote festgelegt, gilt es, das Geld in konkrete Produkte zu investieren. Zwei Grundregeln sollten sie an dieser Stelle beherzigen. "Essenziell ist es, das Vermögen zu diversifizieren", erläutert Sebastian Külps, Deutschland-Chef der Fondsgesellschaft Vanguard. "Auf diese Weise wird das Risiko gestreut." Einzelne Aktien dürfen ruhig eine Rolle im Depot spielen, doch das gesamte Vermögen in wenige Unternehmen zu stecken empfiehlt sich nicht. Besser ist es, in eine Reihe von Titeln zu investieren, um sich breit aufzustellen. Gerade Fonds bieten diese Diversifikation par excellence. Verzetteln dürfen sich Anleger aber auch nicht. Zum einen verlieren sie die Übersicht, wenn sie zahllose Produkte halten. Zum anderen steigen die Kosten, wenn zu viele kleine Häppchen gekauft werden. Euro am Sonntag trägt dem Rechnung, indem es die 30.000 Euro auf sieben bis acht Produkte je Anlegertyp aufteilt und minimal 3.000 Euro pro Investment veranschlagt.

Renditefresser vermeiden

Die Ausgaben im Blick zu haben gilt auch auf der Produktebene. "Die Kosten sind das einzige Element, das Anleger mit Blick auf die künftige Performance steuern können", sagt Külps. Teure Produkte schleppen ihre Gebühren als Hypothek mit sich und müssen besonders hohe Zuwächse auf Portfolioebene erzielen, um diese aufzuwiegen. Unübertroffen günstig ist der Besitz einzelner Aktien, extrem niedrig sind zudem die Gebühren für ETFs, passive Indexfonds, die auf Manager verzichten. Vor knapp zweieinhalb Jahren hat Euro am Sonntag in einer Titelgeschichte den Anlagehorizont als Kriterium gewählt, um passende Vermögensaufteilungen vorzuschlagen. So wie jetzt wurden für drei Anlegertypen offensive, ausgewogene und defensive Investments vorgeschlagen. Den meisten Vorschlägen von damals kann die Redaktion treu bleiben. Denn diese Investments haben sich überwiegend sehr gut entwickelt. Lediglich zwei der 15 Produkte - eine Aktie sowie ein Fonds - enttäuschten und werden deshalb ausgetauscht. Insgesamt lieferten die Beispielportfolios erfreuliche Zuwächse zwischen neun und 16 Prozent - was wohl ganz nach dem Geschmack der Anleger sein dürfte.

Der Wagemutige: Starkes Wachstum

Der wagemutige Anleger ist bereit, am Kapitalmarkt Risiken einzugehen, um eine hohe Rendite zu erzielen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, müssen Aktien den Schwerpunkt des Depots bilden. Sie sind langfristig die renditestärkste Anlageklasse. Allerdings schwanken sie stark, und es gibt ausgeprägte Schwächephasen, in denen die Börsen deutlich nachgeben. Das alles darf den wagemutigen Investor nicht stören. Er setzt darauf, dass es mit den Aktienkursen langfristig nach oben geht - und hat dabei die Historie der Finanzmärkte auf seiner Seite. Grundsätzlich mutig sein sollten Investoren, die einen weiten Anlagehorizont haben. Wer lange Zeit zum Sparen hat und das Geld zwischendurch nicht benötigt, sollte Aktien kaufen, um von deren Renditepotenzial zu profitieren. Zwischenzeitliche Kursrückgänge sitzt der langfristige Anleger aus. Für Wagemutige, die 30.000 Euro anzulegen haben, empfiehlt Euro am Sonntag fünf offensive Investments und zwei gemäßigte. Basis bildet ein ETF auf die wichtigsten Aktien aus Industrie- und Schwellenländern weltweit. Anleihen sind kaum vertreten.

Der Moderate: Gesundes Mittelmaß

Der moderate Anleger achtet auf eine gleichmäßige Verteilung von Chancen und Risiken. Renditestarke Investments müssen sein, doch sein Vermögen steckt dieser Anlegertyp nicht ausschließlich in Aktien, sondern auch in weniger schwankende Wertpapiere. Moderaten Anlegern rät die Redaktion zu einem Mix aus einem offensiven Investment sowie fünf ausgewogenen und zwei defensiven Produkten. Für den Zugang zum globalen Aktienmarkt sorgen mit dem iShares MSCI World Minimum Volatility und dem SPDR MSCI ACWI zwei ETFs sowie zusätzlich ein Zertifikat, das dividendenstarke Qualitätstitel enthält. Die Aktie des Versicherers Allianz und der GS&P-Fonds fügen dem Beispielportfolio deutsche Aktien hinzu. Der DJE Zins & Dividende sowie der Kepler Vorsorge Mixfonds bringen mit ihren gemischten Portfolios festverzinsliche Wertpapiere ins Depot. Ein kleiner Anteil Gold dient als Versicherung gegen Extremrisiken des Finanzsystems. Mit einem ETC der Deutschen Börse können Anleger dem Preis des Edelmetalls folgen und sich bei Bedarf das Gold ausliefern lassen.

Der Vorsichtige: Behutsame Entwicklung

Sicherheit ist ein hohes Gut für den vorsichtigen Anleger. Deshalb setzt er überwiegend auf Investmentkategorien, die wenig schwanken. Vollständig auf Aktien zu verzichten empfiehlt sich selbst für bedächtige Investoren aber nicht. Denn auch sie sollten das Renditepotenzial dieser Anlageklasse zumindest teilweise nutzen. Das gelingt mit einem ETF auf europäische Aktien und einem ETF auf globale Werte, die in der Vergangenheit nur wenig volatil waren. Auch in den beiden Mischfonds GS&P Deutsche Aktien Total Return und Kepler Vorsorge Mixfonds sind Aktien enthalten. Insgesamt liegt die Aktienquote in der Beispielallokation für vorsichtige Anleger damit bei rund 30 Prozent. Das übrige Geld verteilt sich auf die Anlageklassen Anleihen, Immobilien und Edelmetalle. Empfohlen werden zwei Fonds von Deka und C-Quadrat, die ausschließlich auf festverzinsliche Wertpapiere setzen, sowie ein Produkt, das den Goldpreis abbildet. Ein Fünftel der 30.000 Euro darf in einen Offenen Immobilienfonds fließen. Der UniImmo: Deutschland besitzt Gewerbeimmobilien in ganz Europa.

Offensive Investments: Hohe Renditen im Blick

Aktien und Aktienfonds sind langfristig die wachstumsstärkste Anlageform.
Welche Produkte besonders aussichtsreich sind.
Wer offensiv Geld anlegt, investiert in Produkte, die eine hohe Rendite versprechen, zugleich aber relativ volatil sind. Die meisten Aktien und Aktienfonds fallen in diese Kategorie. Als offensive Investments empfiehlt Euro am Sonntag eine Aktie, ein Zertifikat, zwei ETFs und einen aktiv gemanagten Fonds. Weil das Vermögen breit gestreut werden sollte, sind Fonds eine gute Basis für jedes Depot. Der SPDR MSCI ACWI folgt dem All Country World Index des Indexanbieters MSCI, der knapp 2.500 Aktien aus der ganzen Welt enthält. In dem Kursbarometer sind nicht nur Unternehmen aus Industrieländern enthalten, sondern auch einige Konzerne aus Schwellenländern wie China und Indien. Damit bietet der ETF einen umfassenden Zugang zum Aktienmarkt. Gleichwohl spielen US-Werte - wie für globale Aktienindizes typisch - die überragende Rolle in dem ETF: Sie haben ein Gewicht von 55 Prozent. Größte Positionen mit jeweils rund zwei Prozent sind die Internetriesen Apple, Microsoft und Amazon. Einen breiten Einstieg in den europäischen Aktienmarkt ermöglicht der Xtrackers Stoxx Europe 600. Der ETF enthält die 600 wichtigsten Unternehmen Europas. Den größten Anteil am Portfolio haben britische Titel (23 Prozent), gefolgt von französischen (17 Prozent), deutschen und Schweizer Werten (jeweils 15 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte des Vermögens notiert in Euro. Die Schweizer Konzerne Nestlé, Novartis und Roche sind mit Gewichten von 3,2 bis 2,1 Prozent am prominentesten vertreten. Auch der Xtrackers Stoxx Europe 600 ist ein passives Produkt, das exakt dem zugrunde liegenden Index folgt. Wie für ETFs typisch, glänzt er mit niedrigen laufenden Kosten. Noch preisgünstiger ist nur der Besitz von Einzelwerten. Hier empfiehlt Euro am Sonntag die Aktie von Amazon. Der weltgrößte Onlinehändler zählt seit Jahren zu den zuverlässig wachsenden Techkonzernen. Amazon profitiert vom boomenden Internethandel. Mit einem eigenen Lieferdienst steht er längst in Konkurrenz zu großen Logistikdienstleistern. Daneben beeindruckt die Position des Konzerns im wachstumsträchtigen Cloud-Geschäft: Die Tochter Amazon Web Services, kurz AWS, ist mit Erlösen von jährlich 25 Milliarden Dollar einer der weltweit führenden Spieler. AWS liefert rund zwei Drittel der Konzerngewinne und ist maßgeblich für das Gewinnwachstum verantwortlich. Für das laufende Jahr wird ein hohes Gewinnplus von rund 30 Prozent geschätzt. Amazon bleibt eine solide Langfristanlage.
Aktien aus der zweiten Reihe
Auch wenn der Onlineriese ein Gegenbeispiel ist, lassen sich doch üblicherweise mit kleineren Unternehmen höhere Renditen erzielen. Nach diesen aussichtsreichen Nebenwerten hält der Fonds Squad Capital - Squad Growth Ausschau. Er beschränkt seine Suche auf Europa, doch dem Erfolg schadet das nicht. Kein anderer Fonds für europäische Nebenwerte war in den vergangenen zehn Jahren erfolgreicher: Wer im Mai 2009 einstieg, verfünffachte seinen Einsatz bis heute. Auch auf Sicht von drei Jahren belegt der Squad Growth einen Spitzenrang unter den mehr als 100 vergleichbaren Produkten. Wermutstropfen sind die hohen jährlichen Gebühren von fast zwei Prozent. Bei der Suche nach Nebenwerten kann es sich aber lohnen, einem aktiv gemanagten Fonds sein Vertrauen zu schenken. Als fünftes offensives Investment empfiehlt die Redaktion ein Zertifikat, bei dem sie als Berater fungiert. Das Papier folgt der Entwicklung des GLOBAX, der auf 30 deutsche Unternehmen setzt, die einen besonders hohen Umsatzanteil außerhalb Europas erwirtschaften. Diese Unternehmen sollten auf lange Sicht nicht nur von der Stärke des deutschen Exports profitieren, sondern auch vom überdurchschnittlichen Wachstum der USA und vieler Schwellenländer. Vertreten im Index sind bekannte Namen wie SAP und Adidas, aber auch Nebenwerte wie Symrise.

Ausgewogene Investments: Chancen nutzen mit Bedacht

Einige Aktien haben einen eher defensiven Charakter, zudem sorgen Anleihen für Stabilität.
Bei welchen Produkten die Balance stimmt.
Wer ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken sucht, braucht dynamische Investments genauso wie sicherheitsorientierte. Als passende Anlageprodukte stellt Euro am Sonntag eine defensive Aktie, ein Zertifikat auf qualitativ hochwertige Unternehmen, einen Spezial-ETF sowie zwei Mischfonds vor, die Aktien und Anleihen kombinieren. Eine sehr gleichmäßige Aufteilung seines Vermögens bietet aktuell der DJE Zins & Dividende. Der Mischfonds hat die eine Hälfte des verwalteten Geldes in Aktien, die andere in Anleihen angelegt. Damit hat Fondsmanager Jan Ehrhardt die maximal zulässige Aktienquote voll ausgeschöpft, mindestens 50 Prozent des Vermögens müssen stets in festverzinslichen Wertpapieren investiert sein. Ehrhardt sucht weltweit nach Titeln, die einen stetigen Ertrag unabhängig von der Entwicklung der Kapitalmärkte versprechen. Auf der Anleiheseite kauft er vornehmlich Papiere von öffentlichen Emittenten und Unternehmen mit sehr guter bis guter Bonität. Für einen global agierenden Fonds ist der Anteil an US-Werten mit derzeit 38 Prozent vergleichsweise niedrig, der Anteil an deutschen Werten mit 17 Prozent relativ hoch. Wer das Gewicht heimischer Aktien im Depot erhöhen möchte, dabei aber nur ein moderates Risiko eingehen will, kann den GS&P Deutsche Aktien Total Return nutzen. Der Mischfonds kauft überwiegend Aktien aus Deutschland - zurzeit machen sie einen Anteil von rund zwei Dritteln des Portfolios aus. Etwas mehr als ein Viertel des Vermögens ist darüber hinaus in Unternehmens- und Wandelanleihen investiert, was die Volatilität des Portfolios dämpft. Das übrige Kapital steckt in Gold und liquiden Mitteln. Bevorzugt werden Unternehmen erworben, die eigentümergeführt und gering verschuldet sind, einen hohen nachhaltigen Cashflow erwirtschaften und eine attraktive Dividendenrendite haben. Auch eine Wachstumsstory sollte erkennbar sein. Die Top-Aktienpositionen des Fonds sind aktuell Freenet, Deutsche Euroshop und Sixt. Auf dividendenstarke und qualitativ hochwertige Unternehmen setzt auch das Qualitätsaktien-Zertifikat von Euro am Sonntag. Mit ihm investieren Anleger in zehn vielversprechende Unternehmen, die anhand fixer Kriterien ausgewählt werden.
Überzeugende Geschäftszahlen
Als stabiler Dividendenzahler und damit als defensive Aktie präsentiert sich die Allianz. Europas größter Versicherungskonzern liefert, was sich sicherheitsbewusste Anleger wünschen: moderate, nachhaltige Steigerungen des Gewinns. Bei der jüngsten Quartalsbilanz beeindruckte der Bereich Sachversicherung, der größte Gewinnbringer der Allianz. In der Vermögensverwaltung, wo die Münchner weltweit zu den Großen zählen, hätte es etwas besser laufen können. Insgesamt lieferte die Allianz im ersten Quartal jedoch acht Prozent mehr operativen Gewinn. In den Quartalen zuvor waren es zwischen sieben und zehn Prozent mehr - beachtlich in einem globalen Versicherungsmarkt, der als gesättigt gilt. Dass die Allianz bei der Dividende pro Aktie auch nach schwachen Jahren mindestens auf dem Niveau des Vorjahres ausschütten will, ist ein weiteres Argument für die Aktie. Als ausgewogenes Investment empfiehlt die Redaktion zudem den iShares Edge MSCI World Minimum Volatility. Der ETF folgt einem Index, der aus dem bekannten Weltaktienindex MSCI World die schwankungsärmsten Titel herausfiltert. Diese Strategie war langfristig betrachtet sehr erfolgreich. Die Rendite des MSCI World Minimum Volatility war über fünf und zehn Jahre höher als die des Mutterindex. Für moderate Anleger hat der ETF zudem den Vorteil, dass die Schwankungen begrenzt werden: Aktien, die historisch gesehen einen ruhigen Kursverlauf haben, laufen meist auch in der Zukunft stabiler als der Durchschnitt.

Defensive Investments:

In der Ruhe liegt die Kraft. Festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien und Gold schwanken wenig oder gelten als sicherer Hafen.
Wo vorsichtige Anleger fündig werden.
Als defensive Investments gelten vor allem Produkte, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie über einen längeren Zeitraum im Minus liegen, und die nur wenig schwanken. Typischerweise erfüllen diese Voraussetzungen Papiere mit fester Verzinsung, die von verlässlichen Schuldnern stammen. Aber auch Beteiligungen an Immobilien oder Edelmetalle können für Stabilität sorgen. Als defensive Investments stellt die Redaktion zwei Rentenfonds vor (einer davon als Dachfonds), einen anleiheorientierten Mischfonds, einen Offenen Immobilienfonds und ein Wertpapier, das dem Goldpreis folgt. Als Sicherheitsbaustein eines Depots darf ein Rentenfonds nicht fehlen - auch wenn die Fonds aktuell nicht mehr der ultimative Stabilisator sind, wie sie es einst waren. Das niedrige Zinsniveau begrenzt die Chancen auf Kursgewinne, zudem sind die Kupons neuer Papiere gering. Da es im defensiven Bereich aber kaum Alternativen zu Anleihen gibt, gehören entsprechende Fonds zur Diversifikation in die meisten Depots. Als Grundlage bietet sich ein Rentenfonds an, der ausschließlich in Euro notierte Papiere verlässlicher Schuldner kauft. Eine gute Figur hat in den vergangenen Jahren der RenditDeka gemacht. Er investiert überwiegend in Anleihen aus der Eurozone. Sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen können aufgenommen werden, ebenso Pfandbriefe. Absolut gesehen sind die Zuwächse des Produkts überschaubar. Doch ein Plus von 14 Prozent in den vergangenen fünf Jahren reicht aus, um in der Riege der Eurozone-Rentenfonds ganz vorn mitzuspielen.
Den starken Trends folgen
Etwas mehr ließ sich in den vergangenen Jahren mit dem C-Quadrat ARTS Total Return Bond verdienen. Der Fonds kauft keine einzelnen Anleihen, sondern investiert in Rentenfonds. Für deren Auswahl werden mehr als 1000 Produkte analysiert. Erworben werden diejenigen, bei denen der stärkste Aufwärtstrend erkennbar ist. Der C-Quadrat-Fonds unterliegt keinen Beschränkungen bei Laufzeiten, Regionen und Währungen und bedient sich aus sämtlichen Anlagesegmenten. Zurzeit erkennt das automatisierte Handelsprogramm die deutlichsten Aufwärtstrends bei Schwellenländeranleihen. Produkte mit diesem Anlagekonzept machen daher aktuell die Hälfte des Vermögens des Dachfonds aus. Eine Kombination aus Aktien und Anleihen bietet der Kepler Vorsorge Mixfonds. Mit einem Rentenanteil von 60 bis 70 Prozent zählt er zu den defensiven Mischprodukten. Aktien stellen 30 bis 40 Prozent des Portfolios. Bei den Anleihen achten die Fondsmanager darauf, dass nur Papiere aufgenommen werden, die in Euro notieren oder entsprechend abgesichert sind. Stammen dürfen die Anleihen aber aus der ganzen Welt, auch Hochzins- oder Schwellenländeranleihen sind zulässig. Während Letztere zurzeit eine große Rolle im Fonds spielen, investieren die Manager auf der Aktienseite vor allem in Industrieländer. Jenseits von Zinspapieren eignen sich Offene Immobilienfonds, um die Defensive zu stärken. Einer der besten ist der UniImmo: Deutschland. Er kauft und bewirtschaftet Gewerbeimmobilien in ganz Europa, der Schwerpunkt liegt, wie der Name verrät, auf heimischen Gebäuden. Die Hälfte des Fondsvermögens steckt in Bürohäusern, ein Drittel in Einzelhandelsobjekten wie Einkaufszentren. Hotels und Logistikimmobilien runden das Portfolio ab. Weil derzeit gute Investitionsmöglichkeiten fehlen, gibt die Fondsgesellschaft aktuell keine neuen Anteile heraus. Nur an der Börse kann das Produkt vereinzelt gekauft werden. Eine zugängliche Alternative ist der grundbesitz europa (ISIN: DE0009807008). Als Versicherung gegen Extremrisiken kann ein Gold-Engagement dienen. Xetra-Gold, eine Inhaberschuldverschreibung der Deutschen Börse, verbrieft das Recht auf Lieferung des Edelmetalls. Der Kurs des Wertpapiers entwickelt sich parallel zum Goldpreis.



Quelle:
fondsweb.de