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fondsweb.de - Unterschätzte Klimarisiken 19.12.19 Meldung

(boerse-online) - Laut einer PRI-Studie treibt der Klimaschutz die politische Regulierung. Eine Neubewertung der Unternehmen weltweit ist demnach unausweichlich. Von Jörn Kränicke

Die 2006 zusammen mit der UN gegründete Investoreninitiative PRI (Principles for Responsible Investment) hat eine Studie vorgelegt, die den Einfluss des Klimaschutzes auf besonders betroffene Branchen beleuchtet. "Unsere Analyse verdeutlicht, inwieweit die Märkte das Risiko des Klimawandels unterbewerten. Jedes fünfte der weltweit wertvollsten Unternehmen ist von Bewertungsveränderungen in Höhe von mindestens zehn Prozent in beide Richtungen betroffen", sagt Fiona Reynolds, CEO bei PRI. Die Gewinner etwa im Automobilsektor oder und bei Versorgungsunternehmen könnten ihre Bewertungen mehr als verdoppeln, während die Verlierer sich auf erhebliche Verluste von einem Drittel oder deutlich mehr einstellen müssen. Die 100 am stärksten negativ betroffenen Unternehmen des MSCI World verlieren laut der Studie 43 Prozent ihres aktuellen Wertes. Das entspricht 1,4 Billionen US Dollar. Die 100 am stärksten profitierenden Firmen könnten um 33 Prozent ihres gegenwärtigen Wertes zulegen. Die größten börsennotierten Kohleunternehmen der Welt könnten demnach ihren Wert nahezu halbieren (44 Prozent). Die zehn größten Unternehmen im integrierten Sektor der Öl- und Gasexploration und -produktion verlieren nach Marktkapitalisierung fast ein Drittel (31 Prozent) des aktuellen Wertes. Stromversorger mit zukunftsfähigen Strategien für erneuerbare Energien könnten ihre Bewertung verdoppeln (104 Prozent), während die Bewertungen der Nachzügler um 66 Prozent fallen können. Profitieren würden laut PRI auch Agrarunternehmen mit einem hohen Anteil an nachhaltigen Biokraftstoffen und Produzenten von pflanzlichen Proteinquellen, deren Nachfrage steigt. Unternehmen wie beispielsweise Rindfleischproduzenten würden zu den Verlierern gehören. Ebenso erwartet PRI bei Unternehmen, deren Geschäftstätigkeiten direkt mit der Abholzung von Wäldern verbunden sind, starke Kursrückgänge. Aus Sicht von PRI steht fest, dass die Politik sich durch regulatorische Maßnahmen stärker in den Kampf gegen die Klimaerwärmung einschalten wird. "Deren Antwort wird unweigerlich zu einer Neubewertung an den Märkten führen und Gewinner und Verlierer innerhalb der Sektoren sowie zwischen diesen hervorbringen", sagt Reynolds. Nach Auffassung von PRI sind Investoren auf die Herausforderungen durch die unvermeidlichen Reaktionen der Politik gegenwärtig nicht vorbereitet. Lediglich zwei Prozent der 2700 Unterzeichner der Principles for Responsible Investment, darunter einige der größten Anleger weltweit, haben sich laut Reynolds mit dem Thema bisher ausreichend auseinandergesetzt. Die Botschaft von PRI lautet daher: "Investoren müssen sich jetzt auf die regulatorisch bedingte Disprution an den Märkten einstellen, um signifikante Branchenrisiken zu minimieren und von braunen zu grünen Assets zu wechseln. Es ist Zeit zu handeln und die Portfolios zu überprüfen und anzupassen", so Reynolds.



Quelle:
fondsweb.de